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St. Prokulus - Kirchlein in Naturns
| St. Prokulus - Kirchlein in Naturns.......... ................aus dem 7. Jahrhundert |
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Die St. Prokuluskirche wurde in der 1. Hälfte des 7. Jh. in Form einer germanischen Holzkirche errichtet, im 12. Jh. wurde sie um den romanischen Turm erweitert. Ende des 14. Jh. wurde die Kirche erhöht und der ganze Innenraum mit gotischen Fresken ausgeschmückt (Kreuzigungsgruppe, Marienzyklus, Hl. Drei Könige, Abendmahl) sowie auch die Südwand außen bemalt (Schöpfungsgeschichte und den Kirchenpatron St. Prokulus als Bischof, der die Feldarbeit segnet). Berühmt wurde die Kirche durch die 1923 freigelegten vorkarolingischen Fresken aus dem 7./8. Jh., die immer noch als die ältesten im deutschen Sprachraum gelten. In einfachem Linearstil sind Engel, Heilige, Personen und Tiere sehr ausdrucksvoll dargestellt. Das interessanteste und bekannteste Bild in der Kirche dürfte wohl der heilige "Schaukler" an der Südwand sein, der vielleicht den heili-gen Prokulus bei seiner Flucht aus Verona zeigt. Die Sage - Riesen erbauen St. Prokulus Ein Riese hauste in einer Höhle in der Nähe des Naturnser Schießstandes. Sein Freund hatte seine Behausung am Vigiljoch. Sie besuchten sich öfters, denn es brauchte nur einige Riesenschritte, um eine solche Entfernung zurückzulegen. Sie waren aber sehr träge und wollten keinen überflüssigen Schritt machen Sie setzten sich lieber auf abschüssige Steinplatten, um ins Tal zu rutschen. Dabei entstanden die Felsenschliffe, die man heute noch deutlich sehen kann. Die beiden Riesen waren sehr fromm und gottesfürchtig. Das kleine Naturnser Kirchlein aus Holz war sehr baufällig geworden. Darum beschlossen sie, in der Nähe ihrer Behausung eine Kirche aus Stein zu bauen. Der eine erbaute sein Kirchlein am Vigiljoch, wo einst eine heidnische Opferstätte gestanden hatte, und der andere wollte den Standort durch Steinwurf festlegen... Er nahm einen Stein und schleuderte ihn mit voller Wucht in das Tal. Dort, wo der Stein aufprallte, sollte das Prokuluskirchlein erbaut werden. Geschäftig gingen beide ans Werk. Sie hatten aber nur einen einzigen Hammer, den sie sich gegenseitig, gezielt und mit großer Wucht zuwarfen und zwar vom Vigiljoch zum Prokuluskirchlein und immer wieder zurück. So konnte der eine Riese rasten, während der andere arbeitete. Trotzdem wurde der Bau bald vollendet. Darüber freuten sich die Leute aus der Umgebung so sehr, dass sie die Riesen aus Dankbarkeit reich belohnten. Sie konnten sich in der Nähe der Höhle am Schießstand ein Riesenschloss erbauen. Doch den einen Riesen zog es zurück in seine Bergheimat am Vigiljoch. Der Naturnser Riese erwählte eine Mesnertochter zur Frau und beide lebten sehr glücklich und zufrieden, umgeben von vielen Kindern, auf dieser Riesenburg. Von großen Leuten in Naturns sagt man heute noch: „Die stammen bestimmt von diesem Riesen ab." Riesen als Baumeister sind ein beliebtes Sagenmotiv. So wurden zum Beispiel auch die Kirchlein St. Kathrein in der Scharte (Hafling) und St. Jakob auf Lafenn, der Sage nach auf solche Weise erbaut. |
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